Diskurs 12.10.21, 19:00 Saloon Eintritt: Kostenlos

Yael Vishnizki-Levi

Vergangenheit, Gegenwart & mögliche Zukunft des Wappens von Judenburg

Während ihrer Zeit als StAiR-Stipendiatin in Graz entdeckte die bildnerische Künstlerin und Wissenschaftlerin Yael Vishnizki-Levi das Wappen der Stadt Judenburg – und war, gelinde gesagt, überrascht.
Die Hybrid-Veranstaltung findet teilweise in deutscher und englischer Sprache statt. Eine Teilnahme über das Programm Zoom ist über den folgenden Link möglich.

Ein Projekt von Yael Vishnizki-Levi
Veranstaltung in Kooperation mit dem Programm Styria-Artist-in-Residence des Landes Steiermark
Recherche, Produktion und Übersetzung: Leonhard Rabensteiner
Graphic Support: Jarosław Mankiewicz.

Vergangenheit, Gegenwart & mögliche Zukunft des Wappens von Judenburg

Judenburger Stadtwappen

Vergangenheit, Gegenwart & mögliche Zukunft des Wappens von Judenburg

Während ihrer Zeit als Styria-Artist-in-Residence-Stipendiatin in Graz entdeckte die bildnerische Künstlerin und Wissenschaftlerin Yael Vishnizki-Levi das Wappen der Stadt Judenburg. Es zeigt einen bärtigen Mann im Profil mit vielen stereotypischen Attributen eines Juden, wie einem Judenhut und einer Hakennase – wie sie auch in antisemitischen Bildern und Karikaturen antisemitischer Bilder und Karikaturen in dunklen Epochen der Geschichte verwendet wurden, um Juden zu kennzeichnen. Die Künstlerin war überrascht, keine aktuelle Debatte über die Gültigkeit des Wappens zu finden.

In der Folge begann sie die Geschichte dahinter zu recherchieren, und beschreibt: „Nach Gesprächen mit vielen unterschiedlichen Personen in der Steiermark verstand ich den großen Unterschied zwischen der Wahrnehmung dieser Darstellung bei Österreicher*innen und meiner Wahrnehmung: Als eine gefährliche Darstellung eines jüdischen Stereotyps, das kein offizielles Symbol einer österreichischen Stadt im 21. Jahrhundert sein könnte. Ich begriff es als Gelegenheit, eine öffentliche Debatte über stereotypische Bilder in Österreich anhand von Judenburgs Heraldik zu beginnen. Als Gastkünstlerin mit einer Außenperspektive könnte ich dazu beitragen, die Problematik solcher Symbole zu thematisieren."

In der aktuellen Zeit werden viele Symbole, Logos und Statuen hinterfragt, welche problematische Figuren ehren oder Stereotype präsentieren. Daher ist nun der geeignete Zeitpunkt, diese Themen offen zu diskutieren – im Kontext der Steiermark und am Beispiel des Wappens von Judenburg.

Die Veranstaltung und Podiumsdiskussion im Forum Stadtpark wird der Höhepunkt des fünfmonatigen Aufenthaltes der Künstlerin in Graz. Nach einer kurzen Präsentation der Künstlerin findet eine offene Diskussion über die Vergangenheit, Gegenwart und möglichen Zukunft dieses Wappens statt, an der auf das Mittelalter und jüdische Geschichte ebenso wie auf die Geschichte von Judenburg spezialisierte Historiker teilnehmen.

Teilnehmer:

Prof. Dr. Gerald Lamprecht, Leiter des Centrums für Jüdische Studien an der Universität Graz.
Seine Forschung ist auf regionale jüdische Geschichte, anti-Semitismus und die Naziherrschaft spezialisiert.

Prof. Dr. Markus J. Wenninger, ein Historiker, der auf Sozial-, Wirtschafts- und insbesondere jüdische Geschichte des Mittelalters spezialisiert ist. Er ist seit 1983 Mitglied des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung.

Dr. Michael Schiestl, Historiker und Leiter des Stadtmuseums von Judenburg.
Der Stadthistoriker veröffentlichte bisher schon zahlreiche Publikationen über die Geschichte von Judenburg.

Moderation: Robin Klengel

Zoom Meeting beitreten.

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