Als die Autos die Stadt verließen

Ein Projekt des Forum Stadtpark für das Kulturjahr Graz 2020 (leider abgelehnt).

Idee: Leo Kühberger
Projektteam: Markus Gönitzer, Emil Gruber, Robin Klengel, Leo Kühberger, Andreas Peternell, Heidrun Primas (Projektleitung)
Projektpartner*innen: PLANUM, Marie-Therese und Kurt Fallast
Ansprechpartner*innen: Heidrun Primas, Leo Kühberger.

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Das Kulturjahr Graz 2020 ist gestartet! Aus 568 Einreichungen wurden vom unabhängigen Programmbeirat 94 Projekte ausgewählt. Wir sind, wie so viele, von der Auswahl, die der Beirat getroffen hat, begeistert und gehen davon aus, dass uns ein aufregendes Kulturjahr bevorsteht. Medial wurde auch schon kolportiert, dass es unser eigenes Projekte am Ende leider doch nicht in die Auswahl geschafft hat.

„Als die Autos die Stadt verließen. 168h Graz wie es sein könnte“ ist ein Projekt, das, wie die „Kleine Zeitung“ schreibt, die „Dominanz des Autoverkehrs“ hinterfragen würde und darum bemüht wäre, urbane Mobilität nicht nur anders zu denken, sondern anders zu leben. Auch die Zeitung „Der Standard“ hat bereits über unser Projekt berichtet:
„Einer der kontroversiellsten Vorschläge, der wohl ganz Graz aufgeregt hätte, hat es nicht ins Programmheft geschafft, obwohl der Programmbeirat einstimmig dafür plädiert hatte. Das Forum Stadtpark hatte das Projekt „Als die Autos die Stadt verließen“ im Sinn. Für 168 Stunden – genau eine Woche – sollte ein großer Teil von Graz vollkommen von Autos befreit und kurzfristig zu einer Parklandschaft mutieren.
„Die Stadt Graz wird so einmal mehr zur Vorreiterin – zu einem temporären Versuchsraum für zu-
künftige Urbanität“, argumentierten die Projektinitiatoren. Der Programmbeirat stimmte zwar zu, nicht aber die ÖVP-FPÖ-Stadtregierung. So radikal sollte visionäres urbanes Denken dann doch nicht realisiert werden.“

Als die Autos die Stadt verließen

Was machen die Menschen, wenn die Stadt ihnen gehört?

Als die Autos die Stadt verließen

Wir wollen es ausprobieren: Für 168 Stunden – genau eine Woche – wird der Grazer Stadtraum zwischen Bahnhofsgürtel und Universität, zwischen Kalvarienbergstraße und Schönaugürtel vollkommen von Autos befreit und für diesen Zeitraum zu einer temporären Parklandschaft. Diese frei gewordenen Flächen sollen nicht gleich wieder befüllt werden, vielmehr soll die Stadt den Menschen zurückgegeben werden – als Rahmen, in dem neue Bilder, Räume und Träume entstehen. Stadtleben und Stadterleben werden vollkommen anders sein.

Wie fühlt sich die Stadt ohne Motorenlärm an? Was passiert mit diesem neuen Raum? Kann es überhaupt funktionieren? Die Stadt Graz wird so einmal mehr zur Vorreiterin – zu einem temporären Versuchsraum für zukünftige Urbanität. Es ist eine Stärke der Kunst, andere Welten nicht nur zu denken, sondern diese auch konkret erfahrbar zu machen. Kunst kann nicht nur neue Perspektiven eröffnen, sondern die Menschen auch dazu einladen, eine konkrete Utopie zu leben. Was heute absurd klingt, ist mach- und schaffbar, wenn wir es wagen, es nicht nur zu denken, sondern auch zu versuchen.

Da sich Stadtplanerinnen und Stadtplaner einig sind, dass die Stadt der Zukunft nur ohne oder mit viel weniger motorisiertem Individualverkehr vorstellbar ist, werden also ganz konkret die Autos für 168 Stunden die Stadt verlassen. Für das tragfähige Verkehrskonzept zeichnet das renommierte Planungsbüro PLANUM verantwortlich, da beispielsweise Notfallsdienste und Anlieferungen auch im Projektzeitraum von der Verkehrsberuhigung ausgenommen werden sein.

Werden die Grazerinnen und Grazer mitmachen?

Damit das Projekt gelingen kann, sind Unterstützung, Ideen und aktive Teilhabe aller Grazer und Grazerinnen von entscheidender Bedeutung. Schließlich sind es die Menschen, die in dieser Stadt leben, die entscheiden, was in dieser Woche in Graz passiert. In der Aufgabe, das Projekt zu einem von allen Grazerinnen und Grazern selbst getragenen Ereignis zu machen, sehen wir unsere große Herausforderung – und unsere künstlerische Arbeit. Zwar birgt ein solches Vorhaben immer auch die Möglichkeit, auf große Ablehnung zu stoßen und Ärgernis auszulösen; doch die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt sind auch in der Vergangenheit immer wieder vor der Herausforderung gestanden, sich auf veränderte Verkehrsbedingungen einzustellen und sie sind damit stets kreativ und produktiv umgegangen.

Programm

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